Coaching Methoden

Leben heißt Lernen.

Fachbeitrag 02 Schmerz Lass Nach

Schmerz lass nach!

Ein Mensch leidet

unter Schmerzen und das Allerletze, was dieser Mensch braucht, sind ungefragte Tipps, was er jetzt tun oder lassen sollte. Gerade wenn es einem schlecht geht, hört man viel Unsinn. Denn es gibt nicht den einen Weg. Was dem einen geholfen hat, muss für den anderen nicht passen. Jeder muss seinen eigenen Weg raus aus den Schmerzen finden.

Schmerzen tun sehr weh. In dem Bemühen, Schmerzen zu vermeiden, nehmen wir oft eine Schonhaltung ein, die langfristig die Schmerzen nicht abschwächt, sondern verstärkt. Der ständige Fokus auf „Wo tut es mir heute wie sehr weh?“ zieht Energie, die für das übrige Leben fehlt. Die Lebensqualität – auch die der Angehörigen – kann darunter leiden, und die Schuldgefühle etwas falsch, noch nicht richtig oder noch keine Fortschritte gemacht zu haben drücken ebenfalls die Stimmung. Darüber hinaus kann häufig wiederkehrender oder chronischer Schmerz die Hoffnung auf Besserung rauben und somit mürbe machen.

Als Diplom-Psychologin und Systemischer Coach interessiere ich mich für Entwicklungs- und Lernprozesse. Darüber hinaus habe ich selber mehrmals heftige Rücken- und Hüftschmerzen am eigenen Leib erfahren. Um mir selbst zu helfen, habe ich viele Dinge ausprobiert – und habe wichtige Lektionen gelernt. Ich mache jeden Tag etwas für meine Schmerzfreiheit und werde dies hoffentlich für den Rest meines Lebens beibehalten! Mein Leben hat nun mehr Lebendigkeit, mehr Genuss und mehr Tiefe als vorher.

Mit diesem Dokument möchte ich meine Erfahrungen zur Verfügung stellen, neue Blickwinkelauf den Umgang mit Schmerz eröffnen und leidenden Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg aus den Schmerzen zu finden. Und wenn ich diesen Weg, der Wochen, Monate und Jahre dauern kann, auch um nur 10 Minuten abkürzen kann, dann hat sich dieses Dokument schon gelohnt.

Hier kommen meine wichtigsten Erfahrungen im Umgang mit Schmerzen.

Es gibt viele Ursachen von Schmerzen.

Wird ein Körperteil zu etwas benutzt, für das es nicht gemacht ist, dann geht er kaputt. Muskeln, die nicht trainiert werden, verkümmern und verlieren ihre Stützfunktion. Auch einmalige, besondere Belastungen oder Verletzungen und auch ungestillte Bedürfnissekönnen sehr lange sehr weh tun. Weißt Du nicht weiter, kommst Du ins Stocken und fühlst Dich wie verhaftet in einem inneren Gefängnis. Was auch immer die vermutete Ursache Deines Schmerzes ist, wenn Du geistig und körperlich stagnierst, wird alles so bleiben, wie es ist oder schlimmer. Deswegen: bleibe aktiv! Engagiere Dich im Haushalt, mache Spaziergänge, führe ein Gespräch mit einem Fremden, lerne etwas Neues, engagiere Dich ehrenamtlich. Es gibt viele Arten, aktiv und flexibel zu sein.

Schmerz, lass nach!

In Absprache mit einem Arzt, dem Du vertraust, nimmst Du dafür Schmerzmedikamente. Wichtig, dass Du Dir erklären lässt, wie genau das Schmerzmittel wirkt. Es hat sich bewährt, dass Du die Dosis selbst bestimmen kannst, je nachdem, als wie stark Du den Schmerz an dem Tag empfindest.(Tipp: nicht schon morgens vor dem Aufstehen denken „oh, der Tag ist hin, ich spüre immer nochSchmerzen!“. Vom Schlafen ist der Körper noch steif und Schmerzen sind nun stark zu spüren. Besser abends Bilanz ziehen „Was ist heute gut gelaufen? Wann haben mich die Schmerzen kaum beeinträchtigt?“).

Schmerzlinderung erfährst Du auch, in dem Du etwas tust, was Dich ganz in Beschlag nimmt und somit ablenkt. Entspannungstechniken lassen Dich gut runterkommen und schlafen. Und dann suchst Du Dir jemanden, der Dich durch diese Phase begleitet.

Suche Dir Begleiter auf Deinem Weg.

Durststrecken sind besser durchzustehen mit einer extra großen Portion Zuwendung. Dabei gibt es drei Formen der Unterstützung:

  1. emotional/psychologisch
    Zuwendung, Trost,Verständnis, Aussprache, die Vermittlung von Zugehörigkeit und Rückhalt
  2. praktisch/instrumentell
    konkrete alltägliche Hilfen, finanzielle oder Sachmitte
  3. informationelle Unterstützung
    konkrete Hinweise für Problemlösungen, wie dieses Dokument.

Hier ist es wichtig, den konkreten Unterstützungsbedarf bei den richtigen Personen anzufragen. Die Kernfrage lautet: „Was brauche ich derzeit wirklich?“ Gegebenenfalls muss man auch von nicht dienlichen Hilfestellungen Abstand nehmen. Suche Dir jemanden, der sich auf dem jeweiligen Gebiet auskennt und der an Deiner Entwicklung interessiert ist. Das können Freunde sein, Mentoren, Berater, Physio- oder andere Therapeuten. Höre nicht auf Menschen, die keine Erfahrung im Umgang mit Schmerzen haben. Und, bitte, glaube keinem Heilsversprechen, vor allem keinem schnellen.

Keine Eile!

Wachstum braucht seine Zeit. Und da es hier nichts zu beschleunigen gibt, nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Gehe Dein Tempo. Mache Mini-Schritte. Das ist schwer auszuhalten, denn es entwickelt sich gerade etwas Neues, das Du noch nicht kennst bzw. noch nicht als“ Deins” anerkennst. Kannst Du Dir zugestehen, für eine Weile keine großen Sprünge, sondern Mini-Schritte zu machen?

Es gibt einen Unterschied zwischen Schmerzen und Leiden.

Schmerzen sind da, jeder fühlt sie irgendwann in seinem Leben. Schmerz kann man sich nicht aussuchen, aber leiden musst Du nicht. Was Du üben kannst, ist eine neue Haltung zum Schmerz. Willst Du dahinsiechen, Dich als Opfer fühlen und Dich in Deinem Schmerz einrichten? Oft ergeben sich durch die Krankheit ja auch Vorteile. Oder kannst Du das körperlich und emotionale Unbehagen aushalten, durchstehen, als das betrachten, was es ist: eine Phase, eine Lernaufgabe, eine Chance, seinen Körper und sein Leben neu aufzustellen. Wer ist die wichtigste Person, die an dieser Situation etwas ändern kann? Du selbst! Also übe Dich in Verantwortungsübernahme für Dein Wohlergehen.

Eine Krise ist immer der Anfang von etwas Neuem.

Das ist bei einer Schmerzkrise nicht anders. Wenn Du es zulässt, kann Dein Schmerz der Startpunkt einer wunderbaren Reise werden. Eine Reise zu Sachen, die Du immer schon mal machen wolltest. Zu Gesprächen, die überraschende Inspirationen für Dich bereit halten. Zu Leuten und Berufen, von denen Du gar nicht wusstest, dass es sie gibt. Und eine Reise zu Dir selbst. Welche Lernaufgabe hält diese Krise für Dich bereit? Wer bist Du? Was macht Dich ganz besonders? Wofür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen?

Kämpfe nicht gegen denSchmerz.

Betrachte ihn, lerne ihn kennen, sieh ihn Dir genau an. Anstatt gegen den Schmerzanzukämpfen, wende Dich ihm interessiert zu. Nimm Dir 2-3 Minuten Zeit und betrachte denSchmerz, wie Du eine getöpferte Vase betrachtest. Ist diese Vase glatt oder rau? Wo hat sie einen Sprung oder ist sie schonmal repariert worden? Schau Dir jede einzelne Besonderheit des Schmerzes an und lerne ihn kennen! Ist er immer da oder gibt es Schwankungen? Alles, was schwankt, ist veränderlich. Also Mut!

Was will Dein Körper Dir sagen?

Stelle Dir vor, eines Tages würde ein Wunder geschehen. Dir geht es eines schönen Morgens wieder besser. Was ist dann anders? Welche Umstände kannst Du Dir vorstellen, in denen Du komplett schmerzfrei bist? Vielleicht kannst Du die Situation nutzen, jetzt loszuwerden, was nicht mehr zu Dir und Deinem Leben passt. Der Mystiker Rumi sagt: Sei wie ein Baum und lass die toten Blätter fallen. Welche Gewohnheiten (Umgebungen, Werte, Gedanken, Gefühle, Arbeit, Beziehungen etc.) sind reif, hinter Dir gelassen zu werden?

Ich wünsche Dir, dass der Schmerz bald nachlässt. Und dass Du neben Deinen Stärken auch Deine Schwachstellen wertschätzen kannst. Denn sie sind es, die Dich einzigartig, liebenswürdig und menschlich machen.

Lassen Sie uns reden!

Für Ihr Anliegen können wir einen Termin vereinbaren. Sie erreichen mich unter der folgenden Mobilnummer und per E-Mail.

+49 (0)152-59584377  /  mail@estherhagemann.com