Schlaflose Nächte: Psychologie für mehr Seelenruhe 

Menschen sind tief erschüttert über das, was aktuell in der Ukraine passiert. Selbst diejenigen, die nie einen Krieg erlebt haben und nicht persönlich betroffen sind.

“Der Krieg greift die Seele an” schreibt Die Zeit.

Warum geht uns dieser Krieg so nah?

  1. Weil wir merken, dass grundsätzliche Dinge wie Sicherheit und Wohlstand in Frage gestellt werden
  2. Weil uns Bilder an Dinge erinnern, die wir glaubten, schon längt hinter uns gelassen zu haben
  3. Und weil unsere erprobten Schutzmechanismen aktuell nicht mehr funktionieren

 

Dieses “Angegriffen Sein” lässt sich tagsüber mit Aktionismus in Schach halten.

Aber nachts klagen aktuell viele Menschen über Schlaflosigkeit.

 

Was kann man tun gegen Schlaflosigkeit und für mehr Seelenruhe?

Ich bin mir sicher, da hat jeder so seine Tricks auf Lager. Und das ist auch gut so, denn es zeigt, dass es Mittel und Wege gibt. Ich möchte hier aber weder Mahlzeiten, noch Getränke noch sonstige äußere Mittel diskutieren.

Ich wünschte, es wäre so einfach…

Als Psychologin und Coach zeige ich hier fünf Strategien, was Du für Deine Seele tun kannst, damit sie nachts ruhen kann.

 

Newsletter abonnieren und mehr Psychologie Wissen und Aktuelles aus der Change Management & Coaching Praxis erfahren!

Verändere Deine Haltung zur Schlaflosigkeit

Aus Experimenten mit Schlafentzug weiß man: Dein Körper wird sich den Schlaf nehmen, den er braucht. Das heißt, solange Du regelmäßig ins Bett gehst, wird sich Dein Körper und Dein Hirn erholen – wenn auch phasenweise minimal.

Bist Du schlaflos, dann belaste Dich nicht zusätzlich mental, in dem Du Dich selbst dafür abstrafst.

“Es kann doch nicht wahr sein!” Doch, kann es.

Statt dessen beobachte Dich selbst mit Deiner Schlaflosigkeit.

  • Welche Gedanken sind es genau, die Dir durch den Kopf gehen?
  • Welche Gefühle steigen auf?
  • Wo genau spürst Du Anspannung im Körper?

Das zaubert sie nicht weg, aber das gibt Dir Abstand zu dem, was Du aktuell durchmachst.

Stelle Deinen persönlichen Notfallkoffer zusammen

Um das nächtliche Gedankenkarussell zu stoppen, musst Du dafür sorgen, Dich für einen Zeitraum abzukapseln.

Der psychologische Fachbegriff heißt Stimuluskontrolle.

Zum einen geht es darum, den Ort Bett konsequent mit Schlaf zu verbinden. Das heißt, erst ins Bett gehen, wenn der Schlafdruck groß genug ist und aufstehen, sobald man 15 Minuten nicht schlafen kann.

Und dann geht es darum, alle anderen Reize fernzuhalten.

Stelle Dir tagsüber einen eigenen Notfallkoffer zusammen, so dass Du Dich nachts nicht hilflos / ohnmächtig fühlen musst.

Hier ein Blick in meinen persönlichen Notfallkoffer:

  • Entspannende Körperreise von Ariane Seidel. Das Audio kannst Du hier herunterladen. So kannst Du Dein Handy nachts im Flugmodus lassen.
  • Akupressur mit der Shakti Mat: Der Garant zum “Runterkommen”. Nach vier Minuten hört der Schmerz auf und die Entspannung setzt ein.
  • Ohropax und Schlafbrille: Durch jahrelange Übung werde ich auch von kleinsten Geräusche wach. Deswegen helfen mir diese beiden Freunde, meine Sinne zur Ruhe zu bringen.
  • Ein gutes Buch: Ich stehe auf und lese, bis ich wieder schläfrig werde. Damit überbrücke ich schlaflose Stunden – ohne zu Grübeln
  • Mittagsschlaf: Ich sorge dafür, dass ich verpassten Schlaf tagsüber nachholen kann. Allein der Gedanke an Mittagsschlaf nimmt mir nachts den Stress von der Seele.

Begrenze Deinen Medienkonsum

Wähle ein paar wenige, zuverlässige Quellen aus. Tagesschau, ZDF heute, eine überregionale Tageszeitung. Das reicht vollkommen aus, um Dich auf dem aktuellen Stand zu halten.

Übrigens, die oben genannten haben auch sehr gute Instagram Accounts!

Zeige Deine Solidarität und suche Gleichgesinnte

Es gibt viele Wege, Solidarität zu zeigen: Demonstrieren, Beten, Spenden.

Ich kenne Menschen, die

  • Organisieren Demonstrationen und Hilfstransporte
  • Schreiben gegen den Krieg an
  • Helfen hier vor Ort ganz konkret, die Not zu lindern

Warum machen die das? Sie sind motiviert durch ihre Werte und ihre eigenen Bedürfnisse.

Ist da auch ein Bedürfnis in Dir, das nicht gestillt ist? Eine Glut, die auf kleinster Flamme lodert? Ein Funke, der Feuer entfachen möchte?

Wenn dem so ist, dann ist es kein Wunder, dass Du nicht schlafen kannst. Denn Du hast eine große Aufgabe vor Dir. Sorge tagsüber für die richtige Gemeinschaft, mit der ihr die Aufgabe gemeinsam anpackt.

Halte Dir Optionen offen

Angst, Stress, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, Scham, Trauer, Wut, Ärger, Einsamkeit oder Frust.

Wie auch immer Du Deine Gefühle benennst, ihnen ist eins gemeinsam:

Bleibst Du in negativen Gefühlen hängen, lähmen sie Dich. Wenn Du nichts veränderst, ziehen sie Dich in eine Abwärtsspirale.

Das Gegenmittel heißt: Erweiterung Deines Handlungsspielraums. Denn oft gibt es mehr Lösungen als gedacht.

Du bist in einer ganz besonderen Lage und zerbrichst Dir nachts über ein bestimmtes Thema den Kopf?

Gespräche können helfen, Deine Lage aus möglichst vielen verschiedenen Perspektiven zu sehen.

Als Gesprächspartner empfehle ich drei Gruppen:

  1. Angehörige
  2. ExpertInnen zu Deiner Frage
  3. Coaches oder andere Therapeuten, die zuhören ohne zu bewerten

In der Coaching Praxis arbeite ich mit bewährten Fragen, um Optionen zu generieren, die vorher undenkbar waren. Im Coaching helfe ich meinen Klienten, eigene und funktionierende Lösungen zu entwickeln.

 

 

Was sind eure Erfahrungen mit Schlaflosigkeit? Lasst es mich gerne wissen und schreibt mir eine  mail@estherhagemann.com

 

Mehr Kurzweiliges und Tiefgründiges aus Psychologie und Coaching in meinem Newsletter!